Geschafft! Gesunder Teamgeist trug die Teilnehmer ins Ziel.
Rund 800 Teilnehmer beim Ironscout-Wettbewerb
Pfadfinder kämpften eisern um den Titel
Grund. Die 22-stündige Extremtour führte durch Siegerland, Wittgenstein und den Kreis Olpe und war nun wirklich nichts für Sauna-Untensitzer.
sib-; Mehr als 100 Kilometer Wanderstrecke, über 300 Höhenmeter galt es zu bewältigen. Dazu kamen 15 Stationen mit teils herausfordernden, teils kniffligen Aufgaben. Ungezählt hingegen blieben die Blasen an den Füßen, die zitternden Waden, die von Nebel und Regen durchweichten Klamotten.
Teilnehmer kamen aus der ganzen BRD
Nein, der 12. Ironscout war nun wirklich nichts für Sauna-Untensitzer. Dazu schienen die 800 Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik auch nicht zu gehören. Sie stellten sich den Herausforderungen der 22-Stunden-Extremtour durch Siegerland, Wittgenstein und den Kreis Olpe. Ausrichter in diesem Jahr war der Bezirk Siegerland-Südsauerland in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), die sich beworben hatte und die Challenge erstmals ins Siegerland holte. Das rief auch politische Besucher auf den Plan: Zur Eröffnung am Freitagabend erschien Johannes Remmel, neuer NRW-Umweltschutzminister, der sich verschiedene Stationen zeigen ließ. Zur Siegerehrung kam als Schirmherr der Veranstaltung Landrat Paul Breuer, der sich über so viele Neuentdecker des Siegerlandes freute.
Vom Start an kompliziert
Startphase für das Abenteuer war zwischen 16 und 24 Uhr am Freitag, und schon dabei wurde es für die Gruppen kompliziert: Sie bekamen erst mal nur eine Karte mit einem Teilausschnitt der Gesamtstrecke, die ihren persönlichen Startpunkt beschrieb. Den mussten sie dann erst mal suchen. Dort gab es dann die komplette Karte, mit deren Hilfe sich jede Gruppe individuell ihre Laufstrecke und die angepeilten Stationen abstecken konnte.
Party nach der Siegerehrung
"Die gesamte Strecke mit allen Stationen ist in der vorgegebenen Zeit gar nicht zu schaffen", verriet Andreas Wiesmann. Er war zusammen mit Thomas Bruch als DPSG-Bezirksvorsitzendem verantwortlich für die Streckenauswahl und die Austragungsorte. Für den Inhalt der Spielstationen hatten sich zuvor einzelne DPSG-Sektionen beworben. Und somit galt: Dabeisein und Teamgeist ist alles.Wer sich nächtens durch den wabernden Nebel kämpfte, konnte beispielsweise in den alten Bundeswehr-Bunker Erich einchecken. Hier wartete eine Abseilaktion in 10 Meter Tiefe auf die Ironscouts. Am Steinbruch nahe der Siegquelle mutierten die Kombattanten spielerisch zu "Schweinen im Weltall".Die Spieler bekommen einen Schwamm mit einem Gummiband am Kopf befestigt. Damit müssen sie zehn Mal um einen Stock im Boden kreiseln und mit dem so erworbenen Schwindelgefühl den Schwamm in einer Wasserschüssel voll saugen, damit ein paar Meter laufen und den Schwamm möglichst effektiv ausdrücken. Die Bekämpfung eines "Chemieunfalls" am Rhein-Weser-Turm, die Abwehr einer Piraten-Attacke am Heinsberger Weiher, Blitz-Einsatz am Bauernhof in Rüppershausen oder ein möglichst geschickt durchzuführender "Dappen-Run" an der Grillhütte in Netphen-Sohlbach - mangelnder Einfallsreichtum war wirklich nicht zu beklagen beim Ironscout am Rothaarsteig.Bewertet wurden die Teilnehmer nach einem ausgefuchsten Punktesystem. Zähler gab es für die gelaufene Strecke ebenso wie für die Besuche der Stationen, deren Bewältigung und natürlich auch für "pfadfinderisches Verhalten". Sieger bei den Läufern wurde die Mannschaft "Besser als Ponyhof" aus Selm, gefolgt von Hiltrup 1 und "So schaut?s aus, Klaus" aus Hemmingen. Die Läufer erkoren als beste Spielstation den "Poblitz-Peter" an der Kapelle Rüspe, wo sie einen Tischtennisball durch ein durchlöchertes Regenrohr bugsieren mussten. Platz zwei belegte die Fünf-Minuten-Attacke am Bauernhof in Rüppershausen, und Bronze gab es für das Märchenspiel in Verkleidung an der Wallfahrtskapelle Kohlhagen.Nach der abendlichen Siegerehrung gab es eine Party mit Henning Neuser und der Band "Die Poplounge". Beim anschließenden "Campfire" konnten die verbliebenen Gruppen die Ereignisse des Ironscouts Revue passieren lassen.Erst am Sonntagmorgen nach dem Frühstück brachen die Pfadfinder ihre Zelte auf der Ginsberger Heide wieder ab.




